Behandlung der Knochenverluste

Segmentäre Knochenverluste und Knochenverluste in Form von Kavitäten werden chirurgisch behandelt. Es gibt drei Möglichkeiten:

Entnahme eines Knochentransplantates des Patienten selbst (autogen)

Das Tranplantat wird aus einer anatomisch entfernter Stelle entnommen (zum Beispiel aus dem Beckenkamm). Es ist die am häufigsten benutzte Vorgehensweise, denn der autogene Knochen hat eine perfekte immunologische Kompatibilität und enthält Zellen und Wachstumsfaktoren, die eine Rekonstruktion ad integrum fördern. Diese Lösung ist aber verstümmelend für die Stelle der Entnahme des Transplantates. Infolgedessen werden die chirurgischen Risiken einer Infektion oder Blutung erhöht, und die Nachbehandlung ist schwerer. Außerdem gibt es nur eine limitierte Menge von verfügbarem Knochen.

Verwendung von Knochenbanken (lebende oder verstorbene Spender)

Es handelt sich um die Entnahme von Knochen bei lebenden order verstorbenen Spendern: nach Operationen (Oberschenkelkopf) oder aus menschlichen Leichen (allogene Transplantation) oder Tiere (xenogene Transplantation). Dieser in Gewebebanken eingelagerte Knochen spricht auf einen Bedarf an beträchtliche Knochenmengen an, aber stellt ein immunologisches und infektiöses Risiko dar.

Kompensation der Knochenverluste durch synthetische Materialien

Die Nachteile des autogenen Transplantates und des Knochens aus einer Bank erklären die immer größere Verwendung synthetischer Materialien, deren Menge unbegrenzt ist, und die kein immunologisches oder infektiöses Risiko darstellen. Je nach ihrer Beschaffenheit sind diese biokompatibele Materialien:

  • Bioverträglich für den Organismus: metallische Werkstoffe (zum Beispiel Titan) und Polymere wie PMMA (Polymethylmethacrylat) oder PEEK (Polyetheretherketon) die den Verlust kompensieren, aber den Knochen ersetzen. Sie sind für den Organismus verträglich, werden aber oft von reaktivem Bindegewebe umhüllt.
  • Inert: Keramiken aus Zirconiumdioxid oder Aluminiumoxid lösen keine Reaktion des Organismus aus.
  • Bioaktiv: Da sie die selbe chemische Zusammensetzung als der mineralische Knochen haben, werden die Calciumphosphaten (Tricalciumphosphat und Hydroxyapatit) von den Zellen als autogene Knochen erkennt. Die Implantate sind porös, sie führen den Einbau von Knochenzellen und sind tatsächlich die besten Kandidaten um einen Knochenverlust zu kompensieren. Sie sind in Standardformen verfügbar, die an die Maßgröße des Knochenverlustes angepasst werden müssen, oder werden direkt aus einer CT-Scanneraufnahme des Patienten maßgeschneidert, um eine exakte anatomische Anpassung und einen besseren Einbau von Knochenzellen zu bewirken.